Zahnriemen

Bei den Anet Druckern ist der Zahnriemen nicht ganz so das Wahre. Im originalen vormontierten Zahnrimen befindet sich ein Eisenkern (Geflecht). Dadurch wird der Riemen recht starr und soll laut Erfahrungen vieler Nutzer auch nicht so einfach den Radius der Riemenscheiben schaffen. Dies hat verschiedene Auswirkungen auf den Druck, z.B. höhere Lautstärke, "seltsame Geräusche" und eine etwas verminderte Druckqualität.

Daher folgt in diesem Kapitel der Austausch der Zahnriemen mit einem wesentlich flexibleren glasfaserverstärkten Kern, hier den sogenannten GT2 Riemen.

Es gibt Angebote, bei denen noch zusätzlich die Umlenkrollen mit 16 oder 20 Zähnen dabei sind oder diese auch einzeln verkauft werden. Ich habe mich vorerst gegen die Rollen entschieden, da der Anet E10 bereits solche Rollen verbaut hat. Das war scheinbar bei den A8 und A6 Druckern nicht der Fall. Daher belasse ich es vorerst bei einem reinen Riementausch.

Bestellt hatte ich 2m GT2 Riemen, die zusammengerollt und fixiert kamen:

2m Zahnriemen

Das Material fühlt sich weicher und flexibler an, als die beiden original verbauten Riemen. Man glaubt es kaum, dass diese winzige Rolle 2m lang sein soll.

Um die beiden Zahnriemen zu tauschen, sollte sich kein Filament in der Druckdüse befinden, da es umständlich wird, den Drucker auf die Seite zu legen, während das Filament noch von der Rolle auf der Steuerungseinheit geliefert wird.
Wer bereits das Filament im Drucker eingeführt hat, sollte dies nun nach dem 2. Teil in der Beschreibung Das Filament wieder entfernen. Nach dem Umbau wird das Filament wieder - wie in der selben Beschreibung - eingeführt, sofern man keine weiteren Modifikationen am Drucker selbst durchführt.

 

Wechsel des Zahnriemens am Heizbett:

Zuerst habe ich den Riemen am Heizbett entfernt, in dem ich den Riemenspanner gelockert und die Kabelbinder durchgeschnitten habe (es liegen dem Drucker weitere schwarze Kabelbinder bei):

Fluegelmuttern ZahnriemenspannerZahnriemen Kabelbinder

Dabei habe ich den Zahnriemen selbst nicht abgeschnitten, da er als Schablone bez. der Länge für den neuen Riemen benötigt wird.

Zahnriemen Längenabmessung

Oben sieht man den alten Zahnriemen und unten den deutlich flexibleren neuen Zahnriemen. Beide werden aneinandergehalten, damit man den neuen genau auf die benötigte Länge bekommt.
Wenn man den neuen Zahnriemen ca. 1cm bis 2cm mehr Länge gibt, hat man es später leichter mit den Kabelbindern und schneidet am Schluss die überstehenden Enden ab.

Abgeschnitten und wieder in umgekehrter Reihenfolge alles wieder montiert, wird noch die Riemenspannung eingestellt und es kann an den oberen Zahnriemen am Extruder gehen.

 

Wechsel des Zahnriemens an der Extruderachse:

Um besser an die wichtigen Stellen heranzukommen, habe ich die Z-Achse ziemlich weit hoch gefahren, so ungefähr 2/3 der Gesamthöhe.

1mm Bewegung der Achsen

Hierzu muss in der Steuerung bei der Achsenbewegung die 1mm Verschiebung gewählt werden, da bei 10mm keine Z-Achse angeboten wird. Aber das ist nicht so tragisch, da man auch mit 1mm Schritten nicht langsamer hochfahren kann, sondern man muss am Drehrad nur öfter drehen.

Wenn der Druckkopf weit genug hochgefahren ist, damit man an die entsprechenden Kabelbinder kommt, wird der Riemenspanner gelockert:

Riemenspanner oben

Dazu werden die beiden rot markierten Schrauben soweit aufgedreht, bis sich der Spanner ein Stück nach Links schieben lässt und der Riemen gelockert wird.

Kabelbinder linksKabelbinder rechts

Um den Riemen zu entfernen, empfehle ich den Druckkopfdeckel und die Heizeinheit zu entfernen, da man - wie auf dem rechten Bild zu sehen - so gut wie gar nicht an die Kabelbinder kommt.
Das Montieren der neuen Kabelbinder wird dann ebenfalls deutlich einfacher. Dazu die beiden Schrauben (linkes Bild) lösen und den Deckel mit den Lüfter entfernen und dann darunter den Heizblock mit zwei weiteren längeren Schrauben lösen und auf die Seite legen. Wenn man den Heizblock mit Kühlkörper (schwarze Rippen) entfernt muss man den Heizblockhalter nicht lösen (und damit verstellen) und kommt auch mit den Kabeln besser klar.

Jetzt kann man leicht die 4 rot markierten Kabelbinder durchschneiden und den Riemen entfernen. Den Riemen wieder als Schablone nehmen und ein Stück länger abschneiden, damit man es leichter mit den neuen Kabelbindern hat (wie weiter oben bei dem anderen Riemen bereits beschrieben). Wenn der neue Riemen sitzt, die überstehenden Riemenenden an den Kabelbindern direkt ganz knapp abschneiden und alles in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammenbauen.

Tipp:
Wenn man den Riemen gerade unten und den Druckkopf demontiert hat, kann man den Druckkopfhalter auf leichte und genaue Gängigkeit prüfen, in dem man diesen auf den Rollen hin und her schiebt.
Sollte er sich schwer bewegen lassen oder - wie bei mir - alle paar Zentimeter ein winziger Widerstand feststellbar sein, dann kann man die oberen beiden Rollen ganz leicht lösen und sofort wieder fest ziehen, das sollte in den allermeisten Fällen ausreichen. Der Halter sollte dann butterweich ohne jegliche Widerstände sich sehr gut hin und her bewegen lassen. Er darf aber kein Spiel haben (leichtes vor und zurück Drücken von vorne darf nicht möglich sein, auch das rechte Rad darf sich nicht abheben lassen) !! Er muss aber auch nicht von alleine rollen. Ein ganz leichter Widerstand ist ok, da er das Wackeln verhindert, welches keinesfalls auftreten sollte.

Achtung:
Ich rate dringend davon ab, das untere einzelne Rad irgendwie zu lösen, es sei denn, man muss es unbedingt tun (z.B. beim Rollenwechsel) !!
Ich wollte es leider zu genau einstellen und lockerte das untere Rad. Selbst mit sehr gutem Werkzeug ist es ein riesiger Aufwand, den Halter und die Räder so einzustellen, dass der Halter sowohl leicht auf dem Alurahmen läuft, als auch keinerlei Spiel vorhanden ist. Bei mir artete es sogar soweit aus, dass sich der Halter zum Schluss dauernd verkantete und sich kam noch hin und her bewegen lies. Damit war jeglicher Druck ausgeschlossen.
Das Problem lag zum Einen an der billigsten Verarbeitung der Materialien, als auch an der extrem engen Bauweise diverser Komponenten, die sich sehr eng aneinander vorbei bewegen müssen.
Zum einen sind die Abstandhalter der Räder aus Plastik, es werden keine Unterlagscheiben und keine Federringe verwendet und bei etwas stärkerem Anziehen der Muttern verformen sich die Abstandhalter und/oder die Kugellager der Räder drehen sich nicht mehr, was bei mir beides der Fall war.
Auch war es sehr schwer, das untere Rad zu justieren (Langloch) und dabei gleichzeitig die Schraube festzuziehen. Ich hätte 3 Hände gebrauchen können, da das alles ziemlich besch. zu halten war.

Daher: Das untere Rads nur lösen, wenn es unbedingt nötig ist !!

Sollte man dennoch in die Verlegenheit kommen, dass eben das untere Rad locker wurde oder neu justiert werden muss und/oder sich eines der Räder nicht mehr oder nur sehr schwer drehen lässt und/oder der ganze Halter sich nicht mehr bewegt (in dem Fall kann es sein, dass der Halter am grünen Ziergummi reibt / von diesem blockiert wird), helfen zur Not Unterlegscheiben an der Räderseite.
Hier wird sowohl wieder ein Abstand zur grünen Zierleiste geschaffen (Blockade aufgehoben) wird und die Plastikabstandhalter nicht über die Radachse hinaus auf das Kugellager drücken können (Räder wieder frei).
Ich empfehle die Unterlagscheibe pro Rad (alle drei Räder müssen bearbeitet werden, sonst wird das Ganze schief !!) nur an der Kugellagerseite anzubringen. Montiert man eine zweite Unterlegscheibe auf der anderen Seite, wird das ganze Gebilde zu dick und der Druckkopf wandert zu weit zur Vorderseite vom Drucker, was sich wieder negativ auf den Riemen und das Druckergebnis auswirken kann. Die Unterlegscheibe sollte aber nur als Notlösung dienen, wenn es ohne nicht mehr geht. Ich für meinen Teil werde mir einen Umbau auf zwei Rundachsen im Hinterkopf behalten, wie unten am Heizbett.

Wenn der Riemen getauscht und wieder gespannt wurde, sollte dies auch wieder ein kleiner Schritt in Richtung Druckqualität und leichterer Bewegung des Druckkopfs gehen.

 

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